Wer einen Neubau, Ausbau bzw. Umbau oder den Erwerb von Wohneigentum plant, der steht regelmäßig vor der Frage der optimalen Finanzierung. Da die eigenen Mittel oft nicht ausreichen, muss auf ein Darlehen zurück gegriffen werden. In vielen Fällen wurde in der Vergangenheit ein Bausparvertrag abgeschlossen, meist in der Erwartung, später eine günstige Eigenheimfinanzierung zu ermöglichen.
Das Bauspardarlehen ist ein zweckgebundenes langfristiges Darlehen. Voraussetzung für den Erhalt ist der Abschluss eines Bausparvertrages, dieser ist unkündbar, die günstigen Zinssätze sind unabhängig von der Entwicklung des Kapitalmarktes und für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Das Bauspardarlehen darf ausschließlich nur für wohnwirtschaftliche Maßnahmen verwendet werden - also nicht zur Finanzierung von Karibik-Kreuzfahrten, einer Lasik-OP oder zum Kauf eines luxuriösen Kaffeevollautomaten.
Wer einen zuteilungsreifen Bausparvertrag besitzt, sollte sich jedoch zunächst den Effektivzinssatz des Bauspardarlehens anschauen, denn manchmal wird der Kredit einfach zu teuer. Zudem bekommt man das Darlehen oft nicht sofort, auch wenn die erforderliche Summe angespart wurde, denn bei Abschluss des Vertrages steht noch nicht fest, ob das Darlehen zugeteilt wird, denn je weniger die Bausparkasse einnimmt, desto länger dauert es.
Außerdem gibt es noch andere mögliche Risiken dieser Finanzierungsform, denn die vielen Gebühren, wie zum Beispiel die Abschlussgebühr, die Kontoführungsgebühr und die Darlehensgebühr verteuern die Finanzierung. Diese Gebühren treiben die Kosten oft in die Höhe und führen dazu, dass der effektive Zins für das Darlehen viel höher ist als der niedrige nominale Zinssatz.
Dem Vorteil des niedrigen Zinssatzes stehen also auch mögliche Nachteile entgegen. Nur ein unabhängiger Berater kann berechnen, ob und wann sich Bausparen lohnt. Welche Finanzierungsform am Ende die wirklich günstigere ist, lässt sich im Vorfeld nicht verbindlich ausrechnen, da niemand die Zukunft voraussehen kann.
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